Photo: David Doan
Fishermen's Terminal. Photo: Don Wilson
Photo: Joe Mabel

Das Nordische Kulturerbe

Einwanderer aus den nordischen Ländern – Norwegen, Schweden, Dänemark, Island und Finnland – ließen sich im späten 19. Jahrhundert in großer Zahl im Nordwesten der USA nieder, weil sie sich wohl zu dieser Landschaft mit ihren Salzwasserfjorden, ihrem Agrarland, ihren Bergen und Wäldern, die sie an ihre Heimat erinnerte, hingezogen fühlten. Im Jahre 1910 machten Skandinavier über 30 Prozent der im Ausland geborenen Bevölkerung des Staates aus und stellten damit die größte Volksgruppe in Washington.

Briefe von Einwanderern an ihre daheimgebliebenen Freunde und Angehörigen beschrieben wirtschaftliche Chancen rund um Seattle, und diese Briefe wurden ergänzt durch Flugblätter der Transkontinentaleisenbahnen in schwedischer und norwegischer Sprache, die mit verfügbarem Siedlungsland warben.

Viele Einwanderer aus Nordeuropa arbeiteten als Fischer oder in den Konservenfabriken, als Holzfäller oder in den Sägemühlen, aber auch als Bauern, Bergleute und Bootsbauer. In ländlichen Gegenden bauten Siedler Blockhütten aus Holz, das sie eigenhändig geschlagen hatten, so wie sie es in ihrer Heimat gelernt hatten, und die Bauern bildeten Genossenschaften, in denen sich der althergebrachte Gemeinsinn spiegelte.

 

In städtischem Umfeld, wie etwa in Seattle und Tacoma, florierten Zeitungen in schwedischer und norwegischer Sprache, und es wurden zahlreiche Kirchen und Sozialvereine gegründet, die der nordischen Bevölkerung dieser Region soziale Absicherung und ein Gemeinschaftsgefühl vermittelten. Viele Unternehmen der Region, die inzwischen Kultstatus erreicht haben, wurden von nordischen Einwanderern gegründet – unter anderem Nordstrom, das inzwischen zu einer der größten Kaufhausketten des Landes angewachsen ist, oder Ivar’s Seafood Restaurants, die von Ivar Haglung gegründet wurden, einem örtlichen Original, das den Spitznamen “King of the Waterfront” trug.

Heute wird das nordische Erbe Seattles immer noch in Traditionsfesten, Ausstellungen und öffentlichen Darbietungen gefeiert. Zahlreiche Gemeindeorganisationen bieten Unterricht in nordischen Sprachen, fördern Chöre und Tanzgruppen und lehren überlieferte Volkskunst wie rosemaling, eine norwegische Art der dekorativen Holzmalerei. Mehrere Kirchen in Ballard und anderen Stadtteilen halten weiterhin Gottesdienste in nordischen Sprachen.

Organisationen wie die Sons of Norway, die Daughters of Norway, das Swedish Cultural Center, die Northwest Danish Association, der Icelandic Club, die Finlandia Foundation und die Swedish Finn Historical Society dokumentieren Geschichte und Genealogie der jeweiligen Gemeinde und unterstützen das ganze Jahr über Sonderveranstaltungen.

Laden Sie den vollständigen Führer zum nordischen Kulturerbe in Seattle herunter!

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